In der Denkweise des Jazz ist man oft geneigt, sich unter einem bluesigen Stil eine "krass konkrete" und vielleicht sogar etwas derbe Spielweise vorzustellen. Der President des Tenorsaxophons bietet das perfekte Gegenbeispiel: mit seinem coolen Sound und seinen in den 30ern unerhörten, rhythmisch sehr asymmetrischen Melodien öffnete er dem Jazz neue Perspektiven. Ohne seine sehr individualistische Herangehensweise wäre vielleicht sogar das Interesse am Tenorsax an sich erlahmt - bis zum Auftreten L.Y.s schien es für die Spieler dieses Instruments keine andere Möglichkeit zu geben, als den Stil des Übervaters Coleman Hawkins zu kopieren. Unschätzbar auch L.Y.s Beiträge zu Folklore und Slang des Jazz: seine surrealistische Redeweise wurde legendär - angeblich geht sogar die Bezeichnung Big Apple für New York auf L.Y. zurück.